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SchwereGeburt

weiblich 20 Jahre
Zuletzt online vor einem Jahr

Schwere Geburt – Es wäre so viel leichter gewesen, wenn...

geschrieben von SchwereGeburt am 2010-07-12 11:58:41
...ich vorher gewusst hätte, was ich nun weiß. Ich hätte mir viel Ärger und Probleme erspart und meinem kleinen Schatz den besten Start ins Leben geben können!

Aber von Anfang an!

Ich wurde mit 17 Jahren, etwas früher als geplant, von meinem Freund (mittlerweile sind wir verheiratet), schwanger. Ein kleiner Schock war es schon, als sich der Streifen am Schwangerschaftstest rosa färbte. Aber mein Mann und ich freuten uns von Anfang an auf unseren kleinen Schatz.

Da wir es sicher wissen wollten, ging ich also zu einem Frauenarzt und ließ mich von ihm untersuchen. Umso größer war der Schreck, als mir der „Arzt“ ins Gesicht sagte, dass es sich nur um eine Hormonstörung handle. Ich war am Boden zerstört! Am nächsten Tag ging ich, weil mir immer noch schlecht war und ich nicht wusste, wann meine Regel wieder kommt und warum sie nicht kommt etc. in ein bekanntes Krankenhaus im 22.Bezirk.

Auch diese Ärztin untersuchte mich und stellte am Ultraschall fest, dass ich schwanger war!!! Dass ich daraufhin sofort meinen Frauenarzt wechselte, versteht sich von selbst. War aber gar nicht so einfach...

Meine Schwangerschaft verlief relativ normal, auch wenn ich meinen Mann hin und wieder in den Wahnsinn trieb ;-) Auch im Krankenhaus lief alles recht gut (bis auf ewig lange Wartezeiten, die man aber fast überall hat)

Ich meldete mich in dem besagten KH im 22.Bezirk auch zur Entbindung an. Mir wurde auch bei der Anmeldung zugesagt, dass ich meine Mutter UND meinen Mann in den Kreißsaal mitnehmen kann. Ich wollte auf jeden Fall beide bei mir haben, da ich ja doch noch sehr jung war/bin und es meine erste Geburt werden würde. Alles kein Problem, wurde mir bestätigt und so war ich guter Dinge und froh, dass alles so gut lief.

Gegen Ende meiner Schwangerschaft mussten wir ein paar mal ins KH fahren, weil ich Übungswehen hatte (wusste ich aber nicht, taten nämlich ziemlich weh und kamen recht regelmäßig). Die Ärzte im KH schickten uns jedes Mal wieder nach Hause und auf die Frage: „Wie weiß ich, wanns los geht?“ wurde uns nur gesagt: „Das merkt ihr schon“.

Nachdem wir schon mehrmals wegen meiner Übungswehen ins KH gefahren sind, gab mir eine der Hebammen ein Rezept für einen Wehen-Cocktail und meinte das wir uns am Abend wiedersehen. Sie sollte Recht behalten. Wir sind also am Heimweg noch zur Apotheke gefahren und haben alles für den Cocktail besorgt (schmeckte furchtbar und hatte auch schreckliche Auswirkungen). Und ein paar Stunden später waren mein Mann und ich schon wieder auf dem Weg ins KH über der Donau. Meine Mutter erwartete uns dort schon.

Da es schon Abend war, kamen wir genau zum Schichtwechsel der Ärzte und Hebammen. Dadurch fühlte sich scheinbar niemand für uns zuständig. Ich saß also mit 2 Minuten Wehen am Gang herum und wartete. In der Zwischenzeit versuchten mein Mann und meine Mutter jemanden dazu zu bewegen, sich um mich zu kümmern. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf.

Als sich dann doch nach fast einer Stunde jemand dazu bewegen ließ sich um mich zu kümmern, kam der nächste Schock. Die Hebamme und die Ärzte sagten mir, das nur eine Person mit in den Kreißsaal darf, weil gerade die Station umgebaut wird. Und außerdem ist das überall so und daran gibt’s nichts zu rütteln. Und wieso wir überhaupt auf die Idee kommen, dass 2 Personen mit in den Kreißsaal mitkommen dürfen?!?!?? Ich soll doch einfach mein Kind auf die Welt bringen und mich nicht so anstellen und einer meiner Begleitpersonen soll das Krankenhaus verlassen.

Mein Mann und meine Mutter versuchten dem Personal in dieser Anstalt zu erklären, dass bei der Anmeldung zur Entbindung ausgemacht wurde, dass 2 Personen mit mir in den Kreißsaal dürfen. Und überhaupt können wir ja nichts dafür, dass das Personal total überfordert ist, weil die halbe Station gesperrt ist, aber gleich viel Patienten zu behandeln sind. Als wir das Personal darauf aufmerksam machten, dass der Umbau nicht unsere Schuld ist und man die Patienten ja auf andere Krankenhäuser aufteilen könne, wurde der Oberarzt gerufen.

Als der zuständige Herr Oberarzt dann endlich auf seine Station kam, mussten mein Mann und meine Mutter ihm das Ganze noch mal erklären. Daraufhin sagte der Oberarzt, ich dürfe in diesem KH nicht entbinden und hat uns von der Station verbannt. Der Herr Oberarzt hat seinen Eid wohl nur mündlich abgelegt um seinen weißen Kittel zu bekommen, einhalten will er ihn scheinbar nicht.

Meine Wehen sind in der ganzen Zeit natürlich auch nicht leichter geworden, kamen jetzt auch schon in sehr kurzen Abständen und meine Fruchtblase war auch schon gerissen. Wir mussten uns jetzt schnellstens überlegen, was wir nun machen können. Mein Mann telefonierte alle Krankenhäuser in der Nähe durch. Doch die anderen Krankenhäuser waren auch restlos ausgebucht.

Na toll!

Also saß ich mit starken Wehen und Schmerzen mit meinem Mann und meiner Mutter auf dem Gang und überlegte was wir machen sollten. Wir verbrachten 2 Stunden auf dem Gang, bis es endlich zu einer Lösung kam.

In diesen 2 Stunden gingen jede Menge Schwestern und Ärzte an uns vorbei. Aber nur eine einzige Person fragte, ob wir Hilfe bräuchten. Echt super menschlich diese Anstalt.

Im Endeffekt durften sich mein Mann und meine Mutter abwechseln um mir im Kreißsaal beizustehen. Meine Hebamme meinte, als sie mich sah: „Ah! Sie sind das, ich hab schon gehört, dass es nur Probleme mit Ihnen gibt und dass Sie etwas schwierig sind.“ Darauf folgte ein kleiner Nervenzusammenbruch meinerseits und der anschließende Beruhigungsmittel-Tropf, der mir nur sehr vage Erinnerungen an die Geburt verschaffen sollte. Aber was soll man machen, man ist dem Personal im KH hilflos ausgeliefert.

Nach einigen weitern Stunden in denen ich in den Wehen lag war es dann auch soweit, meine Hebamme konnte nicht weiter und rief nach einem Arzt. Es kam sogar ein Arzt und der war in dieser Situation mein rettender Engel. Ohne ihn, wäre es vielleicht nicht so gut ausgegangen. Er war nämlich der einzige, der mich vor der gefürchteten PDA bewahrte.

Mein Mann, der zum Glück zum beginn der Presswehen zu mir durfte, nach heftigem Widerstand der Hebamme, hielt meine Hand, während mich die Hebamme aufschnitt. Mein kleiner Engel kam mit etwas Hilfe der Saugglocke dann gesund zur Welt. Wir waren überglücklich. Mein Mann durfte sogar die Nabelschnur durchschneiden, nachdem er mit etwas Nachdruck die Hebamme darauf hingewiesen hatte, dass dies die Aufgabe des Vaters sei.

Nachdem die Hebamme mir weder meine Plazenta zeigte noch sagte, ob die komplette Plazenta heraußen war, ging sie daran mein Baby zu waschen. Mein Mann fragte etwa 3 mal nach, ob es normal sei, dass unser Zwerg so blaue Hände hat. Er bekam nur ein fauchendes „JA“ zu hören. Währenddessen machte sich eine junge Ärztin daran, mich zu nähen. Schön ist es nicht geworden, bleiben wird mir ein 4 cm langer Wulst in Richtung Po-Backe.

Auf alle Fälle war ich nach rund 45 min. auch fertig genäht und durfte mein süßes Baby endlich spüren. Es war das schönste Gefühl der Welt. Endlich durfte ich mit meinem kleinen Schatz auf mein Zimmer. Mittlerweile war es spät Nachts und mein Mann kam noch mit mir und unserem Engel mit, um ein wenig sein Vatergefühl zu genießen.

Als ich ins Zimmer geschoben wurde, fiel der Hebamme auf, dass unser Zwerg blaue Hände hatte und fauchte meinen Mann an, warum er nichts gesagt hat. Zum Glück kam gerade der Kinderarzt vorbei und meinte, dass alles in Ordnung sei und wir uns keine Sorgen machen müssten.

Im nachhinein hab ich dann erfahren, dass meine Hebamme 4 tage später ihre Pension antrat. Also wenn man solange als Hebamme arbeitet, sollte man doch wissen was normal ist bei Babys und was nicht, oder??

Wir bekamen auch keinen Fußabdruck und kein erstes Foto von unserem Kleinen. Was wir aber bekamen, war eine lautstarke Standpauke, weil mein Mann sich erlaubte mit mir aufs Zimmer zu kommen um seinen Sohn noch zu sehen und noch schlimmer war, dass meine Mutter ihren Enkel begutachten wollte.

Die Hebamme drohte meinem Mann und meiner Mutter sogar, sie mit dem Sicherheitsdienst entfernen zu lassen, weil es gebe Besuchszeiten und die gelten für alle, also auch für frisch gebackene Väter und Omas..... wie gesagt von Menschlichkeit keine Spur im 22. Bezirk (zumindest nicht in dieser Krankenanstalt).


Hätte ich vorher gewusst, was in einem öffentlichen KH auf mich zukommt, hätte ich eine private Krankenversicherung abgeschlossen.

Ich hab im Krankenhaus noch eine gemacht, für mich und meinen Engel. Und ich kann wirklich nur sagen, es ist 1000 zu 1. Wir gehen jetzt nur mehr zum privaten Kinderarzt und es ist unglaublich. Wir kommen zu unserem Termin sofort dran, ohne Wartezeit und viel Stress. Die Rechnungen reichen wir dann bei unserer Versicherung ein und bekommen unser Geld wieder. Ganz Problemlos.

Unser zweites Kind wird sicher von MEINEM Arzt entbunden (dieser jetzt der oben genannte ist) und zwar in einem Krankenhaus meiner Wahl. Und in einem Privatspital dürfen soviel Leute in den Kreißsaal, wie ich gerne dabei hätte.

Wenn sich jemand für so etwas interessiert, dann meldet euch bei mir. Ich habe im Krankenhaus einen Versicherungsberater kennen gelernt und den kann ich echt empfehlen Besonders, weil er an diesem Tag selbst Vater geworden ist.

Dieser weiß also, worauf es ankommt und er hat mir und meinem Süßen ein passendes Programm geschneidert zu einem super Preis. Jetzt bekommt mein Kleiner sogar noch Geld, wenn er 18 wird. Aber das wichtigste ist, er hat geschaut, dass ich es mir auch leisten kann!!!

LG eure SchwereGeburt
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