Hallo Peter!
Dein Engagement zur Familien- und Väter/Kinder-Zusammenführung ist nicht unrichtig. Auch ich denke, dass Kind im guten Fall alle zur Vaterfamilie gehörenden Personen kennen lernen sollte, aber man muss sich ernsthaft überlegen zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß der Kontakt erfolgen sollte, bzw. ob überhaupt!
(Ich hör dich schon aufschreien...)
Fakt ist: wenn ein Mann sich im konkreten Fall von "KnisterQ" 5 Jahre nicht darum kümmert, sein Kind zu sehen hat er wohl kein Interesse!
Es liegt nicht an der Mutter, dieses (sein) Problem in Angriff zu nehmen!
"Erzwingt" man dann eine "Zusammenführung" kann das dem Kind (durch Zurückweisungen seinerseits, Versetztwerden oder was auch immer) seelischen Schaden zufügen.
"Vater" ist sicher nicht in jedem Fall der "biologische Erzeuger", sondern kann auch ein ganz anderer Mann im Leben des Kindes sein. (Auch "Mutter" ist nicht von Haus aus die Gebärende, sondern fürs Kind kann leider manchmal jede andere Frau eine bessere "Mutter" sein als die leibliche!)
Du hast nun auch schon ein paar Beiträge von mir gelesen:
Der biologische Vater meiner Kleinen ist zum Beispiel für sie nur eine weitere Person mehr in ihrem Leben, da er aber von Anfang an nicht wirklich ein Interesse hatte, sie kennen zu lernen fehlt ihm da jetzt recht viel Zugang!
Zum Beispiel bei den ersten Versuchen die Maus mit 2 mit ihm mitgehen zu lassen (war meine glorreiche Idee... sie sollte ja eine bessere Beziehung zu ihm bekommen, und ich dachte es wäre für beide ungezwungener wenn ich nicht dabei bin - da kannten sie sich schon bissi über ein Jahr)
Sie hat geweint und wollte mal nicht mit (unter 3 übrigens nicht gesetzlich verpflichtend das Kind mitzugeben) und ich hab gesagt: dann halt heute bei mir - nächstes mal geht sie sicher wieder gern mit!
Er wollte sie mit Gewalt in den Kindersitz zwängen und hat gemeint: "Hör sofort auf zu weinen! ICH bin der Vater und ICH sag, was passiert und du wirst folgen!"
Ich bin bei soviel "Einfühlungsvermögen" natürlich wild geworden und hab verboten das so durchzuziehen - dann war ich die Böse, ist ja sein gutes Recht sie mitzunehmen (obwohl ich das in die Welt gerufen hab und gemeint hab, LANGSAM können wirs versuchen!!!) Aber weil er keine Lust hatte, sie bei mir zu sehen ist er dann ganz bös gefahren...
Ist aber doch auch in seinem Sinn, eine "gute" und "liebevolle" Beziehung aufzubauen...
Vor zwei Monat hat er dann gemeint: ER als Vater sagt (er hat KEIN Sorgerecht), sie wird jetzt jedes Wochenende bei ihm schlafen! Also von 0 auf 100! Gehen tuts aber eigentlich darum, dass seine Mutter mit 47 kein Kind mehr bekommen kann aber mit dem jetzigen Mann gerne eines gehabt hätte und ich nehme an, sie hätt bei ihr schlafen sollen. (Die Mutter war mit nicht mal 20 zu jung sich um die eigenen Kinder zu kümmern – sie war mit dem leiblichen Vater viel unterwegs und ihre Eltern übernahmen die Erziehung…Da hats damals viel versäumt das sie nun nachholen will) Jetzt werkt sie halt auf der Kleinen herum – also Rockerl anziehen, Zopferl binden – den Verwandten vorführen… Und das bei meinem Reissteuferl!)
Also der "Befehl" war natürlich so nicht okay (Auch nicht laut Jugendamt). Und jedes Wochenende geht leider nicht, denn sie hat auch einen "Zweit-Vater", den sie schon länger kennt als den leiblichen, mit dem sie (wenn’s nach ihr geht) nicht lang genug Zeit verbringen kann, den wir aber auch nur am WE sehen können und bei dem sie jedesmal weint wenn er fährt.
Beim "richtigen" Vater mosert sie übrigens schon in den 4,5 Std rum, dass sie wieder heim will - bzw. hat nicht das Vertrauen zu ihm, um bei ihm ihr Mittagsschlaferl zu halten... (Wundert mich aber auch nicht, bei seinem Umgangston mit ihr!)
Ich hab dann das Problem, weil sie aus ihrem Rhythmus kommt - kaum zu Hause - wie ein Stein ins Bett fällt und dann des Nächtens munter wird. Ob das Sinn macht, bleibt dahingestellt…
In einem solchen Fall dann "noch mehr Zeit zum Kennenlernen gewähren" (von dem du so gerne redest) ist ein Blödsinn, denn Vertrauen kann sich nur langsam entwickeln - ein zuviel und alleine mit fast Fremden kann ganz schön nach hinten losgehen, und das Kind in seinem Urvertrauen (das wir Mütter aufzubauen versuchen) ziemlich erschüttern!
Der leibliche V. verbietet meiner Maus übrigens den Umgang zu seinem leiblichen Vater. Seine Eltern haben sich noch jung getrennt und die Mutter hat dem Vater den Kontakt zu seinen Kindern verwehrt (hat sie mir persönlich zu einem früheren Zeitpunkt erzählt – sie wollt den "Trottel" nicht mehr sehen).
Als Vater ihn dann später Kontaktiert hat, hat er ihn zum Teufel geschickt - ohne ihm die Chance auf eine Erklärung zu lassen! Er hat ja einen neuen Vater (den jetzigen Mann der Mutter) von dem er sich mit 18 adoptieren ließ.
Der KV meint, es wäre eher der Wunsch von mir, seinen leiblichen Vater kennen zu lernen, denn da die Kleine nix von ihm weiß (das würde auch so bleiben) ist es ihr auch egal, daher sagt er mir seinen vollen Namen nicht!
(Das Jugendamt sieht das übrigens genau so und sagt, der Opa muss im konkreten Fall den Kontakt herstellen!)
Leider glaube ich, dass der Opa garnix von seinem Enkel-Glück weiß! (Weil aus der Familie komplett ausgeschlossen) Aber ein Kind sollte doch auch das Recht auf den leiblichen Opi haben - oder nicht?
Du siehst also, es gibt leider nicht nur Väter wie dich - sondern auch unverantwortliche, sture und egoistische! (wenn er auf seinen Vater pfeift ist das sein Kaffee, gibt ihm aber nicht das Recht auch für das Kind oder den Opa mit zu entscheiden!)
Du wirst auch gelesen haben, dass mein "armer Student" selbst 2 Kinder hat, die er nie sieht - er hat lange darum gekämpft und dann eine Besuchsmediation erwirkt. Wollte weitere Treffen aber den Kindern nicht mehr antun, die bei jedem Gespräch mit ihm ängstlich zur Mutter geschielt haben!
Sicher - wussten ja, dass sie mit jedem Wort zu ihm ihren Zorn erwecken...
(Zahlen darf er übrigens - und wenn er dann Arzt ist sicher nicht zu knapp)
Er hat den Kindern zuliebe auf weiteren Kontakt verzichtet und hofft nun, dass sie sich seiner erinnern, wenn sie selbstbestimmter sind. Und in jedem Leben kommt im guten Fall der Wunsch, nach den eigenen Wurzeln zu forschen.
Du siehst also, es gibt böse Väter und auch böse Mütter und noch mehr arme Kinder. Ein "Patentrezept" gibt es leider nicht, kommt es doch immer auf die geistige Reife der Betroffenen/auf die jeweilige Situation an!
Es ist jedenfalls nicht erforderlich, den biologischen Vater um jeden Preis in seine Rolle zu drängen. Und es ist nicht immer richtig, den leiblichen Vater (wie im Fall von "ich" ein arger Alkoholiker, der das Kind nur als Druckmittel missbraucht hat, sie wieder zurückzuerobern und jetzt drauf pfeift das Kind zu sehen) mit dem Kind alleine losziehen zu lassen!
Tja. Für Hunde wird ein "Führerschein" gefordert, Eltern können auch die größten Idioten werden.
Und nicht immer wenns ums Besuchsrecht geht, sind es "böse Mütter", die die Väter strafen oder aus "Trennungszorn" und "Weltenfrust" aus dem Leben des Kindes verbannen wollen!
Noch ein Denkansatz für dich:
Vater kann sich jederzeit nach Gutdünken seiner Verantwortung und Präsenz entziehen (kann ihn ja keiner zwingen, das Kind zu sehen) verliert aber nie den Anspruch auf Besuchsrecht!
Kind muss sich also zu jedem Zeitpunkt (auch nach Jahren des "Nicht-Kennens") mit dem Vater auseinandersetzen - weils dem plötzlich so gefällt, kann sich auch mit 10 Jahren nicht weigern ihn zu sehen sondern "muss" – wenn’s ist unter Tränen! Und Mutter ist dann verpflichtet beim Kind für so eine Person auch noch gute Stimmung zu machen weil gesetzlich so verankert - sonst Beugestrafe?
Versteh mich nicht falsch – ich unterstütze deinen "Familien-Gedanken" aber du solltest die Beiträge wirklich genau lesen und nicht immer davon ausgehen, dass alle Väter auch gute solche sind!
Puh, das wollt ich loswerden.png)
lg kitty
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